Literatur

Literaturempfehlungen …

 … von Jürgen Stahl, Union IT Services Gmbh
Hans Rosling „Factfulness: Ten Reasons We‘re Wrong About The World – And Why Things Are Better Than You Think”
Das ist ein Buch, das wirklich jeder lesen sollte, der sich ein realistisches Bild der Welt machen und somit herausfinden möchte, wo die wichtigen Probleme liegen. Rosling beschreibt sehr anschaulich unsere Drama-Instinkte, die uns nur auf bestimmte Arten von Informationen reagieren lassen und uns damit zu (oft völlig) falschen Einschätzungen der Lage kommen lassen; und uns meint hier wirklich uns alle!

 

Max Tegmark „Life 3.0 – Being Human in the Age of Artificial Intelligence“
Max Tegmark ist Professor für Physik am MIT und President des „Future of Life Institute“. Das Buch ist sehr aktuell gibt einen hervorragenden Überblick über die möglichen zukünftigen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung im Bereich Artificial Intelligence. Hier kann man sich ein Bild darüber machen, was geschehen könnte und für sich überlegen, welche dieser zukünftigen Entwicklungen man gerne realisiert sehen möchte und welche nicht.

Stephen Hawking „Brief Answers to the Big Questions“
Stephen Hawking würde einem wahrscheinlich nicht als erstes einfallen, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Es stellt sich aber heraus, dass er eine ganze Menge dazu zu sagen hat, wohin uns das Thema ggf. führt. Das Buch ist posthum erschienen und stellt eine Sammlung seiner letzten Gedanken zum Thema Zukunft der Menschheit dar. Da dreht sich vieles (wenn nicht alles) um das Thema Digitalisierung. Hawking war übrigens auch mit dem „Future of Life“ Institute verbunden

Karl-Heinz Land „ERDE 5.0 – Die Zukunft provozieren“
Ein Plädoyer dafür, die Kräfte und Entwicklungen der Digitalisierung einzusetzen, um die Probleme des Planeten in den Griff zu bekommen. Gestalten statt gestaltet werden – mit einer Menge Anregungen, was getan werden könnte.

Yuval Noah Harari „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“
Nach „Homo Deus“ nun der Versuch, die Entwicklungen in der etwas näherliegenden Zukunft der Menschheit zu diskutieren. Nicht auf das Thema der technologischen Herausforderungen begrenzt, werden auch politische und gesellschaftliche Entwicklungen analysiert – insofern ein guter Ausgangspunkt für die Diskussion, was zu tun ist. Leider fehlt’s am Schluss dann aus meiner Sicht an Lösungsvorschlägen, die muss man dann wohl selbst erarbeiten …

Patrick Lin, Keith Abney, George A. Bekey „Robot Ethics – The Ethical and Social Implications of Robotics“
Ist zwar schon ein bisschen älter (herausgekommen 2012), gibt aber einen guten Überblick aus vielen verschiedenen Richtungen (Technologie, Psychologie, Recht usw.) auf das Thema. Die einzelnen Kapitel des Buchs wurden jeweils von verschiedenen Autoren aus den jeweiligen Fachrichtungen verfasst. Ein Wort der Warnung ist allerdings angebracht: die Lektüre ist stellenweise ziemlich trocken …

Siddhartha Mukherjee „The Gene – An Intimate History“
Faszinierendes Buch über die Geschichte der Genforschung – von Darwin und Mendel bis zu aktuellen Erkenntnissen und Ausblicken in die Zukunft der Gentechnik. Liest sich darüber hinaus sehr spannend und flüssig und ist auch mit der persönlichen Familiengeschichte des Autors durchwoben. Äußerst informativ und dabei leicht zu lesen.

Gunter Dueck „Flachsinn – Ich habe Hirn, ich will hier raus“
Auch hier geht es um die Folgen der Digitalisierung, allerdings weniger aus technischer Sicht. Prof. Dueck macht sich eher Gedanken darüber, was jenseits eines bedingungslosen Grundeinkommens wohl nötig sein wird, um mit den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung klar zu kommen – passt also genau zu unseren Diskussionen. Außerdem finde ich das Buch sehr unterhaltsam geschrieben.

Martin Ford  „The Rise of the Robots – Technology and the Threat of Mass Unemployment“
Trotz des eher reißerischen Titels eine eher bodenständige Analyse der aktuellen Vorgänge und Möglichkeiten, ganz im Sinne dessen, was uns Chris Boos im letzten Salon dargestellt hat. Das Buch analysiert auch die ökonomische Seite des Ganzen, nicht nur die technologischen Aspekte. Der Lösungsvorschlag des bedingungslosen Grundeinkommens, den Martin Ford vertritt, ist zwar aus meiner Sicht zu kurz gesprungen, da er die Frage nach dem Sinn des Daseins letztlich nicht befriedigt – trotzdem ein sehr lesenswertes Werk.

Jerry Kaplan  „Humans need not apply – A Guide to Wealth & Work in the Age of Artificial Intelligence”
Etwas weniger umfangreich in der Darstellung der aktuellen Entwicklungen, dafür mit mehr Überlegungen zu Lösungsalternativen jenseits des bekannten Themas bedingungsloses Grundeinkommen – für mich ebenfalls ein sehr interessanter Beitrag zur Diskussion.

In Diskussionen über die Entwicklung der Artificial Intelligence geht es häufig um die Frage, wie man Maschinen die Fähigkeiten des menschlichen Gehirns beibringt. Ich finde es daher interessant zu erfahren, was wir überhaupt über die Funktionsweise und den Aufbau des Gehirns wissen. Ein interessanter Beitrag, um hier einzusteigen (wenn auch nicht top-aktuell):

Vilayanur Ramachandran  „Eine kurze Reise durch Geist und Gehirn“
Entstanden aus einer Vorlesungsreihe (Reith-Vorträge) für die BBC werden verschiedene Bereiche der Neurowissenschaften gestreift, wobei die Reihe so angelegt ist, dass auch ‚Laien‘ bei dem Ganzen mitkommen. Ich finde das Buch sehr anregend, sich weiter mit den Themen zu beschäftigen, die ja letztlich dann auch wieder eine Menge Verbindungen zu den entsprechenden Fragestellungen in der KI-Entwicklung haben.

Und schließlich noch mal ein Blick auf’s Thema von jemandem, der ein großes, lange etabliertes Technologie-Unternehmen leitet und sich natürlich auch die Frage stellen muss, was die ganze Entwicklung für sein Unternehmen bedeutet.

Satya Nadella  „Hit Refresh – The Quest to Rediscover Microsoft’s Soul and Imagine a Better Future for Everyone”
Als erklärter Apple-Jünger bin ich nun eigentlich kein Freund von Microsoft. Trotzdem muss ich konstatieren, dass mich sowohl die Person Satya Nadella wie auch das Buch sehr beeindruckt haben. Zum einen ist natürlich interessant zu lesen, wie Nadella sich die Zukunft von Microsoft vorstellt und wie er das Unternehmen umgestaltet. Zum anderen finde ich es interessant zu sehen, dass er mit seinen Überlegungen (wie viele andere Manager in Technologieunternehmen inzwischen auch) nicht an der Grenze des Unternehmens Halt macht, sondern sich auch über die gesellschaftlichen Dimensionen der Entwicklung Gedanken macht.

… von Thomas F. Dapp, Digital Office | Think Tank, KfW Bankengruppe

Oliver Leistert, Theo Röhle (Hrsg.): Generation Facebook – Über das Leben im Social Net, transcript

Erik Brynjolfsson, Andrew McAfee: The Second Machine Age – Work, Progress, and Prosperity in a Time of Brilliant Technologies, Brilliance Audio

Dave Eggers: The Circle, Penguin

Viktor Mayer-Schönberger, Kenneth Cukier: Big Data – A Revolution That Will Transform How We Live, Work and Think, John Murray

Yuval Noah Harari: Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen, C.H.Beck

Geoffrey G. Parker, Marshall W. Van Alstyne, Sangeet Paul Choudary: Die Plattform-Revolution – Methoden und Strategien für Start-ups und Unternehmen, mitp

Jeanette Hofmann (Hrsg.): Wissen und Eigentum – Geschichte, Recht und Ökonomie stoffloser Güter, bpb Bundeszentrale für politische Bildung

Ralf Reichwald, Frank Piller: Interaktive Wertschöpfung – Open Innovation, Individualisierung und neue Formen der Arbeitsteilung, Gabler

Gunter Dueck: Das Neue und seine Feinde – Wie Ideen verhindert werden und wie sich sich trotzdem durchsetzen, campus

Yochai Benkler: The Wealth of Networks – How Social Production Transforms Markets and Freedom, Yale University Press

Heinrich Geiselberger, Tobias Moorstedt: Big Data – Das neue Versprechen der Allwissenheit, edition unseld

Evgeny Morozov: Smarte neue Welt – Digitale Technik und die Freiheit des Menschen, Blessing